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Prof. Dr. Nicolai Worm: Schnarchende Kinder leben mit hohem Risiko

 

Immer mehr Menschen leiden unter chronischem Schnarchen. Die Ursache ist eine Blockade der Atemwege. Im Schlaf entspannt das Gaumensegel, so dass die ein- und ausströmende Atemluft es zum Flattern bringen kann. Oder der Zungengrund fällt in den Rachen zurück. Dadurch verengt sich der Rachen und die aus- und einströmende Luft muss sich regelrecht hindurchzwängen, wodurch das Schnarchen entsteht.

Bei sehr starker Entspannung der Ringmuskulatur um die oberen Atemwege kann es zu Atemstillständen von 30 Sekunden Dauer und länger kommen. Je ausgeprägter das Schnarchen, desto gefährlicher wird es. Die extreme Ausprägung des Schnarchens, die mit Atemstillständen verbunden ist, nennt man obstruktives Schlafapnoe-Syndrom (OSAS) oder abgekürzt Schlaf-Apnoe. Ab 15 Atemstillständen pro Stunde wird die Apnoe als mittelgradig und ab 30 als schwergradig eingestuft.

Übergewicht und Fettsucht erhöhen insbesondere das Risiko für Schlaf-Apnoe. Da immer mehr Menschen übergewichtig sind, nimmt die Erkrankungsrate in der Bevölkerung ständig zu. Damit ist die gesunde Struktur ihres Schlafs zerstört. Der dringend notwendige erholsame Schlafeffekt bleibt aus. Eine starke Tagesmüdigkeit und Abgeschlagenheit, Antriebs- und Leistungsschwäche sind typische Folgen. Aber auch die Stoffwechselstörungen des metabolischen Syndroms und das Risiko für Depressionen nehmen mit der Schlaf-Apnoe frühzeitig zu. Weiterhin erhöht eine Schlafapnoe das Risiko für die Entwicklung von  Magengeschwüren, Tinnitus und Hörsturz sowie vergleichsweise harmlose Beschwerden wie Kopfschmerzen, Konzentrationsstörungen, Vergesslichkeit und Zerstreutheit, Angstzustände und Albträume. Es ist sogar ein enger Zusammenhang mit dem frühzeitigen Auftreten von Typ-2-Diabetes erkennbar.

Da immer mehr Kinder fettleibig sind, häuft sich dieses Problem schon in jungen Jahren. In der Oktober-Ausgabe des lifestyle-telegramms werden einige neue Studien vorgestellt, die Ursachen und Folgen der Schlaf-Apnoe bei Kindern und Jugendlichen untersucht haben. Sie zeigen auf, wie gewichtig dieses Problem ist und das es nicht nur organische, sondern auch gravierende psychosoziale Folgen mit sich bringt.