Entspannung

01.11.11

Yoga wirkungsvoller als konventionelle Behandlung bei chronischen Schmerzen im Lendenwirbelbereich

 

Ann Intern Med November 1, 2011 155:569-578;
Yoga gegen chronische Schmerzen im Lendenwirbelbereich – eine randomisierte Studie

1. Helen E. Tilbrook, BSc, MSc;
2. Helen Cox, BSc, MSc;
3. Catherine E. Hewitt, BSc, MSc, PhD;
4. Arthur Ricky Kang'ombe, BSc, MSc;
5. Ling-Hsiang Chuang, BSc, MSc, PhD;
6. Shalmini Jayakody, BSc, MSc;
7. John D. Aplin, MA, PhD;
8. Anna Semlyen, BA, MSc;
9. Alison Trewhela, DBL, CSL;
10. Ian Watt, BSc (Med Sci), MB, ChB, MPH; and
11. David J. Torgerson, MSc, PhD

+ Author Affiliations

From the University of York, Heslington, York, United Kingdom; University of Manchester, St. Mary's Hospital, Manchester, United Kingdom; Yoga in York, York, United Kingdom; and SBRCP-Yoga Walsingham Clinic, Truro, Cornwall, United Kingdom.

HINTERGRUND: Die Ergebnisse früherer Studien haben gezeigt, dass Yoga sich bei chronischen oder wiederkehrenden Beschwerden im Lendenwirbelbereich als geeignete Behandlungsmethode erweisen kann. Mit Hilfe der vorliegenden Studie sollte Yoga daher für das genannte Beschwerdebild im Vergleich zu konventionellen Behandlungsweisen in seiner Wirksamkeit getestet werden.
VORGEHENSWEISE: In 13 nicht-staatlichen Gesundheitseinrichtungen in Großbritannien nahmen an der vorliegenden kontrollierten Studie von April 2007 bis März 2010 insgesamt 313 erwachsene Personen mit chronischen oder wiederkehrenden Beschwerden im Lendenwirbelbereich teil. Die Teilnehmer wurden per Computer nach dem Zufallsprinzip in parallele Gruppen eingeteilt. Die Ergebnisse wurden anhand von postalisch zugestellten Fragebögen ermittelt. (Internationale Registrierungsnummer für randomisierte, kontrollierte Studien: ISRCTN 81079604.)
156 Personen nahmen an dem Yoga-Programm teil, während 157 Personen die konventionelle Behandlung erhielten. Sämtlichen Teilnehmern wurde ein Selbsthilfebuch für Patienten mit Rückenbeschwerden ausgehändigt. Die Interventionsgruppe nahm drei Monate lang an einem schrittweise aufbauenden Yoga-Kurs teil, der in 12 Unterrichtseinheiten von 12 Lehrern abgehalten wurde.
Die Effektivität der Behandlung wurde anhand des „Roland Morris Disability Questionnaire“ (RMDQ) gemessen, wobei die Ergebnisse nach 3 Monaten als primärer Endpunkt, nach 6 und 12 Monaten als sekundärer Endpunkt definiert wurde. Weitere sekundäre Endpunkte bestanden in den Angaben zu Schmerzen, Schmerz-Selbstwirksamkeit und dem allgemeinen Gesundheitszustand jeweils nach 3, 6, und 12 Monaten.
ERGEBNIS: 93 Personen (60 %) aus der Yoga-Gruppe nahmen an mindestens drei der sechs ersten Unterrichtseinheiten sowie an drei weiteren Unterrichtseinheiten teil. Im Vergleich zu der Gruppe mit der konventionellen Behandlung war in der Yoga-Gruppe die Rückenfunktion nach drei, sechs und zwölf Monaten jeweils besser. Die adjustierten durchschnittlichen Werte beim RMDQ waren im Vergleich zur konventionellen Gruppe in der Yoga-Gruppe nach drei Monaten um 2,17 Punkte niedriger (95% Konfidenzintervall 1,03 bis 3,31 Punkte), nach sechs Monaten um 1,48 Punkte niedriger (95% Konfidenzintervall 0,33 bis 2,62 Punkte) und nach zwölf Monaten um 1,57 Punkte niedriger (95% Konfidenzintervall 0,42 bis 2,71 Punkte). Die Ergebnisse hinsichtlich der Rückenbeschwerden sowie des allgemeinen Gesundheitszustands waren in beiden Gruppen nach drei, sechs und zwölf Monaten jeweils ähnlich. Die Werte für die Schmerz-Selbstwirksamkeit waren nach drei und sechs Monaten, nicht jedoch nach zwölf Monaten, in der Yoga-Gruppe höher. Zwei von den 157 Patienten mit der konventionellen Behandlung sowie 12 von den 156 Yoga-Patienten klagten über eine Verschlechterung des Beschwerdebildes, in der Regel über stärkere Schmerzen.
Die Limitation der Studie bestand darin, das beim primären Endpunkt (Yoga-Gruppe n=21, Kontrollgruppe n= 18), sowie für den sekundären Endpunkt vermehrt in der Yoga-Gruppe verschiedene Daten fehlten.
SCHLUSSFOLGERUNG: Ein zwölfwöchiges Yoga-Programm führte bei erwachsenen Patienten mit chronischen oder wiederkehrenden Schmerzen im Lendenwirbelbereich zu einer deutlicheren Verbesserung des Beschwerdebildes als konventionelle Behandlungsmethoden.