Entspannung

28.03.13

Motorische Komplikationen bei Parkinson mit Hirnstimulation angehen

 

http://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa1205158

N Engl J Med. 2013;368(7):610-22.

Neurostimulation in der Behandlung der frühzeitigen motorischen Störungen bei Parkinson

Schuepbach WM, Rau J, Knudsen K, et al.

Hintergrund: Die Subthalamische Stimulation reduziert motorische Störungen und verbessert die Lebensqualtität bei Patienten mit fortgeschrittenem Parkinson und levodopainduzierten motorischen Störungen. Unsere Hypothese war, dass Neurostimulation auch schon in einem früheren Stadium von Parkinson günstige Wirkungen erzielen würde.

Methodik: Für diese 2-Jahres-Studie hatten wir 251 Parkinson-Patienten mit frühzeitigen motorischen Störungen nach Zufallskriterien in zwei Gruppen eingeteilt, die entweder eine Neurostimulation plus Medikamente oder nur Medikamente erhielten. Das mittlere Alter betrug 52 Jahre; die mittlere Erkrankungsdauer betrug 7,5 Jahre. Der primäre Endpunkt war Lebensqualität, die mit Hilfe des Parkinson's Disease Questionnaire (PDQ-39) Summary Index (mit einer Bewertungsskala zwischen 0 und 100, wobei die höheren Werte die schlechtere Funktion angeben) erhoben wurde. Die wesentlichen sekundären Endpunkte waren Parkinson-bedingte motorische Störungen, Alltagsaktivität, levodopainduzierte motorische Störungen (bezogen auf den Unified Parkinson's Disease Rating Scale, Teile III, II, und IV), Dauer der uneingeschränkten Mobilität und das Ausbleiben von Dyskine­sien.

Ergebnisse: In der Gruppe mit Neurostimulation verbesserte sich der primäre Endpunkt „Lebensqualtität“ um 7,8 Punkte, während er sich in der Gruppe mit rein medikamentöser Behandlung um 0,2 Punkte verschlechterte (ein Unterschied von 8 Punkten zwischen Studienbeginn und Stand am Ende des 2. Jahres, P = 0,002). Die Neurostimulation wirkte günstiger als die medikamentöse Therapie in Bezug auf motorische Störungen (P < 0,001), Altagsaktivität (P < 0,001), levodopainduzierte motorische Störungen (P < 0,001), Dauer der uneingeschränkten Mobilität und Ausbleiben von Dyskinesien (P = 0,01). Ernsthafte unerwünschte Wirkungen traten bei 54,8 % der Patienten mit Neurostimulation und bei 44,1 % der Patienten mit medikamentöser Therapie auf. Bei 17,7 % der Teilnehmer bezogen sich die unerwünschten Nebenwirkungen auf die chirurgische Implantation der Vorrichtung zur Neurostimulation. Ein Team von Experten bestätigte, dass die Anwendung der medizinischen Therapie bei 96,8 % der Patienten mit Neurostimulation und bei 94,5 % mit medikamentöser Therapie leitliniengerecht war.

Schlussfolgerung: Die Subthalamische Stimulation übertraf die medikamentöse Therapie bei Parkinson-Patienten mit frühen motorischen Störungen.

http://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa1205158