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Mediterrane Kost: Kein Hype – aber die erfolgreichste präventive Ernährung

 

Die großen Killer unserer Zeit sind Diabetes, Herz-Kreislauf- sowie Krebserkrankungen. Alle sind mit Fettleibigkeit assoziiert und allen unterliegt eine gemeinsame Funktionsstörung – eine systemische, niedrigschwellige Entzündung! Dieses nicht spürbare Entzündungsgeschehen bahnt über Jahre einer Vielfalt an Fehlsteuerungen des Körpers den Weg, die schließlich in den genannten Erkrankungen münden.

Vor diesem Hintergrund wird weltweit zu Möglichkeiten der Entzündungshemmung und deren Auswirkungen auf die Gesundheit geforscht, wobei die bisherigen pharmakologischen Ansätze noch wenig überzeugend geblieben sind. Im Gegensatz dazu weisen Studien zu entzündungshemmenden Ernährungsweisen stärker auf eine präventive und therapeutische Wirkung hin. Entzündungshemmend wirken vor allem diverse Nahrungsbestandteile in allen Gemüse-, Salat- und Obstsorten wie auch in Hülsenfrüchten, Nüssen und nativem Olivenöl. Besonders gut belegt ist auch die entzündungshemmende Wirkung von langkettigen Omega-3-Fettsäuren, wie sie vor allem in fetten Meeresfischen in nennenswerten Mengen vorkommen.

Alle genannten Nahrungsmittelgruppen bilden die Basis der mediterranen Ernährung und erklären sicherlich zu einem erheblichen Anteil, warum diese Ernährungsform in unzähligen Studien die überzeugendsten Daten zur Frage liefert, was unter „gesunder“ Ernährung verstanden werden könnte.

Im aktuellen Newsletter wird eine Studie vorgestellt, die darauf hinweist, wie früh die Probleme beginnen können:  Bei Übergewicht in der Schwangerschaft weisen die Babys nicht nur ebenfalls ein höheres Geburtsgewicht und eine stärkere Hautfaltendicke, sondern bereits auch erhöhte Entzündungsmarker im Nabelschnurblut auf.
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27723247

Weiterhin wird eine Übersichtsarbeit und Meta-Analyse einer Arbeitsgruppe des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung (DIfE) in Potsdam-Rehbrücke vorgestellt, die zum Ergebnis hat, dass man mit mehr Gemüse und Obst im Alltag die Entzündungsmarker im Körper übergewichtiger bzw. adipöser Menschen signifikant senken kann.
http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/obr.12439/abstract

Passend dazu berichtet eine neue Querschnittsstudie aus Süditalien von 6- bis 14-jährigen Kindern, die bereits so frühzeitig ein metabolisches Syndrom entwickelt haben und damit der Entwicklung von Diabetes, Herz-Kreislauf- und Krebserkrankungen im Verlaufe der nächsten Jahre Tür und Tor öffnen. Bei ihnen könnte sicherlich noch das Schlimmste verhindert werden, wenn man konsequent ihr Leben änderte. Die Ergebnisse weisen deutlich darauf hin: Neben der körperlichen Aktivität schützt offenbar vor allem eine gemüse- und obstreiche mediterran ausgerichtete Ernährung.
http://www.internationaljournalofcardiology.com/article/S0167-5273(16)32766-8/abstract

Während die Medien zur Zeit mit Vorliebe die kuriosesten Ernährungstrends fördern und nun schon geraume Zeit die veganen wie auch die steinzeitlichen Ernährungsformen hypen, wäre es nach langen Jahren an der Zeit, sich wieder einer Ernährungsform zuzuwenden und den Verbrauchern näher zu bringen, bei der es keine Verbote gibt und Genießen ganz weit oben in der Bedeutungsskala steht, die aber dennoch oder vielleicht gerade deshalb die überzeugendsten wissenschaftlichen Belege für ihre positive Wirkung liefert: die mediterrane Kost!