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Abnehmen – aber richtig

 

Die Welt wird immer runder. Parallel rollt ein Diabetes-Tsunami über den Erdball. Thomas Yates vom Diabetes Forschungszentrum der Universität von Leicester (UK) vergleicht in der neuesten Ausgabe von Nature Endocrinology diese Entwicklung der Stoffwechselkrankheit schon mit der Spanischen Grippe, die zwischen 1918 und 1920 durch einen ungewöhnlich virulenten Abkömmling des Influenzavirus verursacht wurde und mehrere Dutzend Millionen Todesopfer forderte. Doch im Gegensatz zu dieser Viruserkrankung ist Typ-2-Diabetes hausgemacht. Wir haben es in der Hand, diesem Schicksal, das man nicht auf die leichte Schulter nehmen sollte, zu entkommen.

Die meisten reagieren – wenn überhaupt – erst, nachdem sie als Diabetiker diagnostiziert worden sind. Eine Lebensstiländerung ist angezeigt und ist, sofern sie richtig umgesetzt wird, erfolgreicher als jede medikamentöse Therapie. Regelmäßige anstrengende Muskelaktivität und der Abbau von überschüssigem, entzündetem Fett aus Leber und Bauchspeicheldrüse können den Diabetes besiegen, sofern man damit anfängt, solang noch genügend insulinproduzierende Betazellen vorhanden sind.

Zum Entfetten der Organe muss man eine negative Energiebilanz erzielen. Am effektivsten funktionieren niedrigkalorische Diäten auf Formula-Basis. Doch muss man einen unerwünschten Nebeneffekt bedenken und dagegen vorgehen: Bei negativer Energiebilanz baut der Körper auch Muskelmasse ab! Damit verliert man nicht nur Kraft, sondern jenes Gewebe, das selbst in Ruhe viel mehr Kalorien verbraucht als Fettgewebe. Der Grundumsatz sinkt damit deutlich und er sinkt meist sogar mehr, als das Minus an Körpermasse es erwarten ließe. Diese Situation prädestiniert besonders schnelles und effektives Zunehmen, sobald wieder „normal“ gegessen wird. Im aktuellen lifestyle-telegramm wird eine Studie vorgestellt, die den Verlust von Muskelkraft beim Abnehmen dokumentiert. http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/obr.12422/abstract

Wie kann man das verhindern? Jede Reduktionsdiät müsste von regelmäßigem Krafttraining begleitet sein. Widerstandstraining ist der adäquate Reiz zum Muskelerhalt – allerdings müssen, damit das auch umgesetzt wird, dem Körper auch die Bausteine für Muskeln in Form von reichlich hochwertigem Protein mit der Nahrung angeboten werden.

Manche sind beim Abnehmen besonders schlecht dran. Denn es gibt „Spartypen“, deren Gene tatsächlich eine besonders starke Abnahme des Energieverbrauchs beim Hungern bewirken. Bei ihnen findet man auch typischerweise einen höheren Gesamtfett- und Bauchfettanteil und überdies noch eine niedrigere Körperkerntemperatur. http://www.nature.com/ijo/journal/v40/n5/full/ijo2015229a.html
Diese Typen hatten in Vorzeiten, als es schwierig war, Nahrung zu beschaffen und Hungerzeiten immer wieder überbrückt werden mussten, einen satten Überlebensvorteil. Unter den heutigen Lebensbedingungen sind sie allerdings von der Natur schlecht bedient.