Entspannung

28.10.16

Leseratten leben länger

 

http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0277953616303689

Soc Sci Med. 2016 Sep;164:44-8.

Täglich ein Kapitel: Der Zusammenhang zwischen Bücher lesen und hoher Lebenserwartung

Bavishi A, Slade MD, Levy BR.

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Abstract

Obwohl Bücher den Lesern neue Menschen und Plätze näher bringen können, ist bislang nicht bekannt, ob Bücherlesen gegenüber anderen Lektüren weiterreichende gesundheitliche Vorteile ausübt. In dieser Studie wurde überprüft, ob Menschen, die Bücher lesen, einen Überlebensvorteil gegenüber jenen haben, die keine Bücher lesen bzw. die andere Lektürearten bevorzugen – und sofern das zutrifft, sollte überprüft werden, ob die Kognition diesen Effekt des Bücherlesens vermittelt. Die untersuchte Kohorte umfasste 3.635 Teilnehmer aus der repräsentativen Health and Retirement Study, die zu Studienbeginn Daten zu den Lesegewohnheiten erhoben hatte. Die Cox Proportional Hazards Modelle bezogen sich auf Daten zum Überleben über einen Zeitraum von 12 Jahren nach Studienbeginn. Es fand sich eine über alle drei Terzile verlaufende Dosis-Wirkungsbeziehung zwischen dem Lesen von Büchern und dem Überlebensvorteil (HRT2 = 0,83; p < 0,001; HRT3 = 0,77; p < 0,001), die auch nach Adjustierung hinsichtlich relevanter Kovariablen wie Alter, Geschlecht, Rasse, Ausbildung, Erkrankungen, Selbsteinschätzung der Gesundheit, Wohlstand, Familienstatus und Depression Bestand hatte. Das Lesen von Büchern zeigte einen statistisch signifikant größeren Überlebensvorteil als das Lesen von Zeitungen oder Zeitschriften (tT2 = 90,6; p < 0,001; tT3 = 67,9, p < 0,001). Im Vergleich zu Menschen, die keine Bücher lesen, wiesen Bücherleser zum Zeitpunkt, an dem 80 % im nicht-adjustierten Modell überlebt hatten, einen Überlebensvorteil von 23 Monaten aus. Der Überlebensvorteil blieb auch nach Adjustierung hinsichtlich aller Kovariablen bestehen (HR = 0,80; p < 0,01), was darauf schließen lässt, dass Menschen, die Bücher lesen, im Verlauf von 12 Jahren Follow-up eine um 20 % gesenkte Sterblichkeit im Vergleich zu den Menschen, die keine Bücher lesen, haben. Die Kognition vermittelte den Überlebensvorteil durch Bücherlesen (p = 0,04). Diese Ergebnisse legen nahe, dass die Vorteile des Bücherlesens auch ein längeres Leben, in dem man sie lesen kann, beinhalten.