Übergewicht

30.06.16

Metabolisches Syndrom lässt Gehirn abbauen

 

http://archneur.jamanetwork.com/article.aspx?articleid=2491655#Abstract

JAMA Neurol. 2016;73(4):456-63.

Metabolisches Syndrom und Risiko für milde kognitive Einschränkung und Progression zur Demenzerkrankung: Follow-up der Singapore Longitudinal Ageing Study Kohorte

Ng TP, Feng L, Nyunt MS, et al.

Abstract

Bedeutung: Der Zusammenhang zwischen metabolischem Syndrom (MetS) bzw. den beteiligten Risikofaktoren und dem Risiko zur Entwicklung einer milden kognitiven Einschränkung (MKE) bzw. der Progression von MKE zu Demenz ist nicht gut erforscht.

Ziele: Es sollten die Assoziationen zwischen metabolischem Syndrom (MetS) bzw. den beteiligten Risikofaktoren und dem Risiko für eine Entwicklung einer milden kognitiven Einschränkung (MKE) bzw. einer Progression von MKE zu Demenz  erforscht werden.

Design, Studienort und Teilnehmer: Es handelt sich um eine prospektive Längsschnittstudie mit Follow-up zwischen dem 1. September 2003 und dem 31. Dezember 2009 in Gemeinden von 5 Regionen im Süd-Osten von Singapore. Die 1.519 Teilnehmer im Alter von mindestens 55 Jahren hatten eine normale kognitive Leistungsfähigkeit und lebten zu Hause.

Wesentliche Messparameter und Endpunkte: Die vorab festgelegten Endpunkte waren Inzidenz von MKE bzw. die Progression von MKE zur Demenz-Erkrankung.

Ergebnisse: Die Studienkohorte bestand aus 1.519 Teilnehmern. Das mittlere Alter betrug 64,9 (6,8) Jahre. Davon waren 64,8% (n = 984) Frauen. Die Charakteristika, die zu Studienbeginn mit einem erhöhten Risiko für die Entwicklung einer MKE in Beziehung standen, waren MetS (Hazard Ratio [HR] = 1,46; 95% KI: 1,02 – 2,09), zentrale Adipositas (HR = 1.41; 95% KI; 1,01–1,98), Diabetes mellitus (HR = 2,84; 95% KI: 1,92 –4,19), Dyslipidämie (HR = 1,48; 95% KI: 1,01 – 2,15) und 3 oder mehr damit einhergehende kardiovaskuläre Risikofaktoren (HR = 1,58; 95% KI: 1,13 – 2,33).

Schlussfolgerung und Bedeutung: Das MetS war mit einer erhöhten Inzidenz von MKE und einer Progression zur Demenz-Erkrankung assoziiert. Der Ansatz ist vielversprechend, wenn man Personen mit Typ-2-Diabetes oder dem MetS mit und ohne MKE erkennen könnte, um frühzeitig intervenieren zu können und so der Progression zur Demenz vorbeugen oder bremsen könnte.