Umweltfaktoren

23.12.16

Schlechte Luft führt zu Schlaganfällen

 

http://stroke.ahajournals.org/content/47/12/3032

Stroke. 2016;47(12):3032-3034.

Kurzfristige Exposition gegenüber Feinstaub und das Risiko für Hirninfarkt

Matsuo R, Michikawa T, Ueda K, et al.

Abstract

Hintergrund und Ziel: Es existiert eine starke Beziehung zwischen der Feinstaubkonzentration der Umgebung und kardiovaskulären Erkrankungen. Jedoch bleibt es unklar, ob akute Exposition gegenüber Feinstaub (PM2,5) akut Hirninfarkte auslöst und ob der Zeitpunkt der Exposition mit dem Hirninfarktrisiko assoziiert ist. Wir haben deshalb die Assoziation zwischen der Feinstaubkonzentration (PM2,5) der Umgebung und dem Auftreten von ischämischem Hirninfarkt überprüft.

Methodik: Wir analysierten die Daten von 6.885 Hirninfarkt-Patienten, die im multizentrischen Klinik-basierten Hirninfarkt-Register Japans gelistet sind und die vorher unabhängig lebten und innerhalb von 24 Stunden nach dem erlittenen Hirninfarkt in die Klinik eingeliefert worden waren. Die Uhrzeit des Auftretens der Symptome wurde abgefragt und die Beziehung zwischen PM und Auftreten des Hirninfarkts wurde mit einer Uhrzeit-stratifizierten Case-Crossover Analyse untersucht.

Ergebnisse: Null bis ein Tage zurückliegende Exposition gegenüber PM2,5 und suspendiertem Feinstaub in der Umgebung waren mit dem Auftreten von ischämischem Hirninfarkt assoziiert (temperatur-adjustierte Odds Ratios [95% Konfidenz Intervall] pro 10 μg/m3 für suspendiertem Feinstaub = 1,02 [1,00–1,05] und für PM2,5 = 1,03 [1,00–1,06]). Im Gegensatz dazu fand sich keine signifikante Assoziation mit dem Auftreten von Hirninfarkt, wenn die Feinstaubexposition (suspendierter Feinstaub wie auch PM2,5) zwei oder drei bzw. 4 bis 6 Tage zurück lag. Der Zusammenhang zwischen PM2,5 und ischämischem Hirninfarkt – Null bis ein Tag zurückliegend – blieb auch nach Adjustierung hinsichtlich Luftschadstoffen (Stickstoffdioxid, photochemischer Oxidanzien oder Schwefeldioxid) oder in Bezug auf eine Grippeepidemie bestehen und trat in der kalten Jahreszeit auf.

Schlussfolgerung: Diese Ergebnisse weisen darauf hin, dass kurzzeitige Exposition gegenüber PM2,5 innerhalb eines Tages mit dem Entstehen eines ischämischen Hirninfarkts in Beziehung steht.