Umweltfaktoren

30.06.15

Mehr Zeit im Grünen für weniger Depressionen

 

http://jech.bmj.com/content/69/6/523.abstract

J Epidemiol Community Health. 2015 Jun;69(6):523-9.

Zugang zu Grünflächen, körperlicher Aktivität und die mentale Gesundheit: Eine Zwillingsstudie

Cohen-Cline H, Turkheimer E, Duncan GE.

Abstract

Hintergrund: Die zunehmende globale Urbanisierung resultierte darin, dass immer mehr Teile der Weltbevölkerung speziell für Stadtgebiete geschuldeten Risikofaktoren ausgesetzt sind. Es ist von entscheidender Bedeutung, dass diese Einflüsse auf die Volksgesundheit verstanden werden. Das Ziel der Studie war, eine Überprüfung des Zusammenhangs zwischen dem Zugang zu Grünflächen und mentaler Gesundheit bei Zwillingspaaren zu überprüfen.

Methodik: Wir verwendeten ein Multilevel Random Intercept Modell gleichgeschlechtlicher Paare (4.338 Teilnehmer) aus dem Gemeinde-basierten Zwillingsregister der University of Washington, um die Assoziation zwischen dem Zugang zu Grünflächen (bestimmt auf Basis des Normalised Difference Vegetation Index) und dem Angstverhalten zu überprüfen. Der zentrale Parameter unseres Interesses war der Einfluss innerhalb monozygoter Zwillingspaare, da dies nicht durch Confounding oder genetische oder umweltbedingte Faktoren verfälscht werden konnte. Die Modelle wurden hinsichtlich des Einkommens, der körperlichen Aktivität, der nachbarschaftlichen Deprivation und der Bevölkerungsdichte adjustiert.

Ergebnisse: Bei Behandlung der einzelnen Zwillinge als Individuen und nicht als Teil eines Zwillingspaares fanden wir eine signifikant inverse Beziehung zwischen Zugang zu Grünflächen und mentaler Gesundheit. Die Beziehung zur Depression blieb auch signifikant innerhalb des univariaten und des adjustierten Modells für monozygote Paare. Jedoch fand sich kein Effekt innerhalb der monozygoten Paare in Bezug auf Stress und Angst in jenen Modellen, die hinsichtlich Einkommen und körperlicher Aktivität adjustiert waren.

Schlussfolgerungen: Diese Ergebnisse zeigen, dass ein vermehrter Zugang zu Grünflächen mit einem geringeren Aufkommen von Depressionen assoziiert ist. Jedoch sind die Einflüsse auf Stress und Angstverhalten weniger klar. Das Verständnis über die Zusammenhänge zwischen Nachbarschaftscharakteristika und mentaler Gesundheit hat wichtige Folgen für die Volksgesundheit. Zukünftige Studien sollten Zwillingsstudien und Längsschnittdaten kombinieren, um stärkere kausale Schlüsse ziehen zu können.