Psychosoziale Faktoren

29.04.16

Distress fördert Demenzmortalität

 

http://www.tandfonline.com/doi/abs/10.1080/13607863.2015.1031639?journalCode=camh20&#.VxH2CzH8uh4

Aging Ment Health. 2016;20(6):603-10.

Zusammenhang zwischen psychischem Dysstress im hohen Lebensalter und Demenz-abhängiger Sterblichkeit

Rosness TA, Strand BH, Bergem AL, et al.

Ziel: Es ist nicht hinreichend aufgeklärt, auf welche Weise das subjektive Empfinden von psychischem Dysstress eine Demenzerkrankung vorhersagt. Unser Ziel war es, die Assoziation zwischen subjektiv empfundenem Stress und dem Risiko für Demenz-abhängige Sterblichkeit zu untersuchen.

Methodik: Wir haben 31.043 verfügbare Personen aus der CONOR (Cohort of Norway) Datenbank, die zum Zeitpunkt der Untersuchung im Alter zwischen 60 und 80 Jahren waren, in die Studie eingeschlossen. Sie wurden über einen Zeitraum von 17,4 Jahren (mit Mittel 11,5 Jahre) nacherfasst. Es wurde der CONOR Mental Health Index, eine siebenstellige Skala zur Selbsteinschätzung, angewendet. Ein Skalenwert von 2,5 und mehr zeigte psychischen Dysstress an. Mittels Cox Regressionen wurde die Assoziation zwischen psychischem Dysstress und dem Risiko für Demenz-bezogene Sterblichkeit ermittelt.

Ergebnisse: Insgesamt wurden 11.762 Todesfälle registriert, wovon 1.118 (9,5 %) als Demenz-bezogen klassifiziert wurden. Wir ermittelten bei 2.501 Personen (8,1 %) psychischen Dysstress und von ihnen wurde bei 119 Personen (10,6 %) ein Demenz-bezogener Tod festgestellt. Die Personen mit psychischem Dysstress wiesen nach Adjustierung hinsichtlich Alter, Geschlecht und Ausbildung ein erhöhtes Risiko für Demenz-bezogene Sterblichkeit auf: HR = 1,52; (95% Konfidenz Intervall (KI): 1,25 – 1,85). Die Assoziation wurde zwar in einem vollständig adjustierten Modell, das den allgemeinen Gesundheitszustand, den Raucherstatus, Übergewicht, Bluthochdruck, Diabetes und kardiovaskuläre Erkrankungen in der Anamnese einbezog, abgeschwächt, aber die Signifikanz blieb erhalten: HR = 1,30 (95% KI: 1,06 – 1,59).

Schlussfolgerung: Unsere Studienergebnisse deuten an, dass psychischer Dysstress bei älteren Personen mit einem erhöhten Risiko für Demenz-bezogene Sterblichkeit einhergeht. Personen mit erhöhtem Risiko für Demenz-Erkrankungen könnten davon profitieren, wenn sie sich Interventionen unterziehen, die den psychischen Dysstress mildern. Dies muss jedoch noch mit zukünftigen klinischen Studien bestätigt werden.