Psychosoziale Faktoren

31.03.16

Schlechter Schlaf ist kein Zuckerschlecken

 

http://link.springer.com/article/10.1007/s00125-015-3860-9?wt_mc=alerts.TOCjournals

Diabetologia. 2016 Apr;59(4):719-27.

Zusammenhang zwischen Schlafproblemen und Typ-2-Diabetes bei Frauen

Li Y, Gao X, Winkelman JW, et al.

Abstract

Ziele und Hypothese: Zusammenhänge zwischen Schlafproblemen und Typ-2-Diabetes (T2D) sind bereits in einigen früheren Studien aufgezeigt worden. Es ist jedoch noch nicht hinreichend geklärt, ob die beobachteten Assoziationen unabhängig von gesundheitlich relevantem Verhalten, anderen kardiovaskulären Risikofaktoren oder anderen Schlafstörungen auftreten.

Methodik: Wir analysierten Daten von 133.353 Frauen aus der Nurses' Health Study (NHS, 2000-2010) und der NHSII (2001-2011), die zu Studienbeginn frei von Diabetes, kardiovaskulären Erkrankungen oder Krebs waren. Die Schlafprobleme in Form von häufigen Einschlafstörungen oder Durchschlafstörungen wurden zu Studienbeginn (2000 bei der NHS und 2001 bei der NHSII) erhoben.

Ergebnisse: Wir dokumentierten 6.407 Typ-2-Diabetes Fälle während der Nachbeobachtungszeit von bis zu 10 Jahren. Nach Adjustierung hinsichtlich Lebensstilfaktoren zu Studienbeginn ergab sich eine multivariat adjustierte Hazard Ratio (HR) für T2D von 1,45 (95% KI: 1,33 – 1,58). Dieses verminderte sich auf eine HR von 1,22 (95% KI: 1,12 – 1,34) nach weiterer Adjustierung hinsichtlich Bluthochdruck, Depression und BMI aus den wiederholten upgedateten Erhebungen. Die Frauen mit vier Schlafstörungen (Schlafproblemen, häufiges Schnarchen, Schlafdauer von ≤6 Std. und Schlafapnoe in der NHS bzw. abwechselnde Nachtschicht in der NHS II) wiesen eine über vierfach erhöhte Wahrscheinlichkeit für Typ-2-Diabetes auf (HR = 4,17; 95% KI: 2,93 – 5,91).

Schlussfolgerung/Interpretation: Schlafstörungen waren signifikant mit Typ-2-Diabetes assoziiert. Die Assoziation war zum Teil über die Assoziation mit Bluthochdruck, BMI und Depressionssymptomen erklärbar und war besonders stark bei Kombination mit anderen Schlafstörungen. Unsere Ergebnisse beleuchten die große Bedeutung von Schlafstörungen für die Entwicklung und Prävention von Typ-2-Diabetes.