Bewegung

30.11.16

Radeln für weniger Typ-2-Diabetes

 

http://journals.plos.org/plosmedicine/article?id=10.1371/journal.pmed.1002076

PLoS Med. 2016 Jul 12;13(7):e1002076.

Zusammenhänge zwischen Radfahren in der Freizeit bzw. zur Arbeit, Veränderungen beim Radfahren und dem Risiko, Typ-2-Diabetes zu entwickeln: Eine Kohortenstudie an dänischen Frauen und Männern

Rasmussen MG, Grøntved A, Blond K, et al.

Abstract

Hintergrund: Fahrradfahren ist eine Freizeitaktivität wie auch ein Verkehrsmittel für den Weg zur Arbeitsstätte mit einem erheblichen Potenzial zur Verbesserung der Bevölkerungsgesundheit in vielen Ländern auf der Welt. Das Ziel der Studie war, im Längsschnitt die Zusammenhänge zwischen dem Radfahren in der Freizeit und zur Arbeit, Veränderungen beim Radfahren und dem Risiko für die Entwicklung des Risikos für Typ-2-Diabetes bei dänischen Erwachsenen aus der Diet, Cancer and Health cohort Study zu untersuchen.

Methodik und Ergebnisse: Zu Studienbeginn, in den Jahren 1993 bis 1997, unterzogen sich 27.890 Frauen und 24.623 Männer aus Dänemark im Alter von 50 bis 65 Jahren, ohne Typ-2-Diabetes (T2DM) und anderen chronischen Erkrankungen, verschiedenen Untersuchungen: Sie füllten u. a. einen Fragebogen zum Lebensstil aus, der auch das Fahrradfahren umfasste. Ungefähr 5 Jahre später füllten die Teilnehmer für eine zweite Untersuchung einen upgedateten Fragebogen zum Lebensstil aus. Auf Basis von Cox Regression Modellen wurden die Hazards Ratio (HR) zur Inzidenz von T2DM, die in der Dänischen Nationalen Diabetes Registratur dokumentiert wird, berechnet und dabei hinsichtlich freizeit- oder berufsbedingtem Fahrradfahren wie auch hinsichtlich Veränderungen im Fahrradgebrauch unterschieden. Zusätzlich wurden auf die bekannten Risikofaktoren für T2DM adjustiert. Während der 743.245 Personen-Jahre des Follow-up (mittleres Follow-up 14,2 Jahre) wurden 6.779 T2DM-Fälle dokumentiert. Die multivariat adjustierten HRs (mit 95 % Konfindenz-Intervall [KI]) betrugen für 0, 1-60, 61-150, 151-300 und > 300 Minuten Fahrradfahren pro Woche (für den Beruf und in der Freizeit) 1 bzw. 0,87 (0,82–0,93), 0,83 (0,77–0,89) bzw. 0,80 (0,74–0,86) bzw. 0,80 (0,74–0,87) (p für den Trend = < 0,001). In einer Analyse des saisonalen Radfahrens betrugen die multivariat adjustierten HRs (95% KI) 1, 0,88 (0,83–0,94) und 0,80 (0,76–0,85) für Nicht-Radfahrer bzw. saisonale Radfahren (die nur im Sommer, aber nicht im Winter fahren) bzw. Ganzjahres-Radfahrer. Wie sich Veränderungen des gewohnheitsmäßigen Fahrradfahrens zwischen der ersten und zweiten Untersuchung im Risiko niederschlugen, wurde ebenfalls untersucht. Die multivariat adjustierten HRs (95% KI) betrugen 1, 0,88 (0,78–1,01), 0,80 (0,69–0,91) und 0,71 (0,65–0,77) für Nicht-Radler bzw. für jene, die Radfahren aufgehört hatten bzw. für jene, die mit dem Radfahren angefangen hatten bzw. jenen, die ihr Radfahren von Studienanfang bis zur zweiten Untersuchung beibehalten hatten. Letztlich wurden bei der Analyse des berufsabhängigen Radfahrens für 0, 1-60, 61-150 und > 150 Min/Woche HRs von 1, 0,72 (0,60–0,87), 0,83 (0,69–1,00) und 0,70 (0,57–0,85) (p für Trend = < 0,001) berechnet. Die hauptsächliche Einschränkung der vorliegenden Studie ist die Verwendung von Selbstauskünften zur körperlichen Aktivität.

Schlussfolgerungen: Radfahren in der Freizeit und zur Arbeit waren konsistent mit einem niedrigeren Risiko für T2DM bei erwachsenen Dänen assoziiert. Unsere Ergebnisse liefern Belege dafür, dass es das Typ-2-Diabetes Risiko mindert, wenn man später im Leben mit dem Radfahren anfängt oder es beibehält.