Ernährung

23.12.16

Fleisch kein kardiovaskuläres Risiko

 

http://ajcn.nutrition.org/content/early/2016/11/30/ajcn.115.123463.abstract

Am J Clin Nutr. 2016 Nov 30. pii: ajcn123463. [Epub ahead of print]

Die Entwicklung der viszeralen Adipositas und des metabolischen Syndroms nach Konsum einer sehr fettreichen Low-Carb-Diät im Vergleich zu einer sehr fettarmen, kohlenhydratbetonten Diät: Eine randomisiert-kontrollierte Interventionsstudie

Veum VL, Laupsa-Borge J, Eng , et al.

Abstract

Hintergrund: Unterschiedliche Aspekte von Ernährungsmustern inklusive Makro-Nährstoff- und Lebensmittelprofil könnten Einfluss auf die viszerale Fettmasse und das metabolische Syndrom nehmen.

Ziel: Wir stellten die Hypothese auf, dass eine Energieaufnahme, die im Rahmen von Diäten mit ähnlichem Lebensmittelprofil schwerpunktmäßig entweder über Fett oder Kohlenhydrate erfolgt, in unterschiedlicher Weise darauf einwirkt, viszerale Adipositas und das metabolische Syndrom abzubauen.

Design: 46 Männer (Altersbereich 30-50 Jahre) mit einem Body-Mass-Index (BMI) > 29 in kg/m2 und einem Taillenumfang von > 98 cm wurden per Zufallsprinzip einer von zwei 12 Wochen dauernden Diät zugeteilt – die eine war sehr fettbetont und kohlenhydratarm (VHFLC: 73 % der Energie aus Fett und 10% der Energie aus Kohlenhydraten), während die andere fettarm und kohlenhydratbetont war (LFHC: 30% der Energie aus Fett und 53% aus Kohlenhydraten). Beide Diätformen lieferten gleich viel Energie (8750 kJ/Tag) und Protein (17% der Energie) und waren auch im Lebensmittelprofil vergleichbar – mit Betonung von möglichst naturbelassenen Lebensmitteln mit niedrigem glykämischen Index. Die Körperfettmasse wurde mit Computer-Tomographie bestimmt.

Ergebnisse: Die dokumentierte tatsächliche Aufnahme betrug in den LFHC- bzw. VHFLC Gruppen 51 % bzw. 11 % Kohlenhydrate, 29 % bzw. 71 % Fett und 12 % bzw. 34 % gesättigte Fettsäuren. Bei Protein und mehrfach ungesättigten Fettsäuren fand sich kein Unterschied. Die mittlere Energieaufnahme sank in der LFHC-Gruppe um 22 % und um 14 % in der VHFLC. Die Diäten minderten in vergleichbarer Weise den Taillenumfang (11-13 cm), die subkutane abdominelle Fettmasse (1.650-1.850 cm3), die viszerale Fettmasse (1.350-1.650 cm3) und das Gesamt-Körpergewicht (11-12 kg). Beide Gruppen zeigten Verbesserungen hinsichtlich Dyslipidämie mit einer Senkung des Serum-Trigylceridspiegels. Jedoch ergaben sich unterschiedliche Entwicklungen beim Low-Density-Lipoprotein-Cholesterin (LDL-Chol), das nur in der LFHC-Gruppe signifikant sank und beim High-Density-Lipoprotein-Cholesterin (HDL-Chol), das nur bei der VHFLC-Gruppe anstieg. Beide Gruppen zeigten vergleichbare Effekte auf Insulin, Insulin C-Peptid, glykiertes Hämoglobin und auf Homeostasis Model Assessment of Insulin Resistance (HOMA-Index). Besonders herauszustellen ist, dass die Verbesserungen der im Blut gemessenen Stoffwechselparameter in der VHFLC-Gruppe merklich erst nach den ersten 8 Wochen zu beobachten waren, während eine akutere und abgestuftere Reaktion bei der LFHC-Gruppe eintrat.

Schlussfolgerungen: Eine schwerpunktmäßige Aufnahme der Energie entweder in Form von Kohlenhydraten oder Fett im Rahmen einer weitgehend naturbelassenen Kost mit niedrigem glykämischen Index zeigte keine Unterschiede im Einfluss auf das viszerale Fett und auf das metabolische Syndrom. Unsere Ergebnisse stützen nicht die These, dass Nahrungsfett per se ektope Adipositas und das metabolische Syndrom bei Menschen fördert.