Ernährung

30.11.16

Fruchtzucker fördert Gicht

 

http://bmjopen.bmj.com/content/6/10/e013191.abstract?sid=ba6718e5-8054-4cc3-b59a-334ff64d60b5

BMJ Open. 2016 Oct 3;6(10):e013191.

Fruchtzuckerkonsum und Risiko für Hyperurikämie und Gicht: Ein systematisches Review und Meta-Analyse von prospektiven Kohortenstudien

Jamnik J, Rehman S, Blanco Mejia S, et al.

Abstract

Hintergrund: Die Prävalenz von Hyperurikämie und Gicht hat während der letzten Dekaden zugenommen. Die Rolle des Fruchtzuckerkonsums bei der Entwicklung dieser Störungen ist noch nicht hinreichend geklärt.

Ziele: Es sollte ein systematisches Review mit Meta-Analyse der prospektiven Kohortenstudien durchgeführt werden, das den Zusammenhang zwischen Fruktosekonsum und Inzidenz von Hyperurikämie und Gicht überprüft.

Design: Es wurde nach Veröffentlichungen in MEDLINE, EMBASE und in der Cochrane Library (bis einschließlich September 2015) recherchiert. Wir nahmen prospektive Kohortenstudien auf, die den Fruktosekonsum und die Inzidenz von Hyperurikämie und Gicht untersucht hatten. Zwei unabhängige Gutachter haben relevante Daten extrahiert und die Studienqualität auf Basis der Newcastle-Ottawa Scale bestimmt. Wir haben nach natürlichem Logarithmus transformierte relative Risiken (RR) unter Anwendung der Generic Inverse Variance-Methode gepoolt. Die Heterogenität der Studien wurde bestimmt (Cochran Q Statistik) und quantifiziert (I2 Statistik). Die abschließende Qualität der Evidenz wurde nach Grading of Recommendations Assessment, Development and Evaluation (GRADE) bestimmt.

Ergebnisse: Auf Basis von zwei Studien mit 125.299 Teilnehmern und 1.533 Gichtfällen wurde die Beziehung zwischen Fruchtzuckerkonsum und Gicht-Inzidenz über einen durchschnittlichen Beobachtungszeitraum von 17 Jahren untersucht. Keine Studie hat bislang Hyperurikämie als Endpunkt bestimmt. Fruktosekonsum war mit einem erhöhten Gichtrisiko assoziiert (RR = 1,62; 95 % KI: 1,28 – 2,03; p < 0,0001). Es gab keine Hinweise auf Heterogenität der Studien (I2 = 0%, p = 0,33) beim Vergleich des höchsten Quantils des Konsums (>11,8 %–11,9 % der Kalorienzufuhr) mit dem niedrigsten Quantil (<6,9 %–< 7.5 % der Kalorien).

Einschränkungen: Trotz des Dosis-Wirkungs-Gradienten war die Qualität der Evidenz wegen der indirekten Beziehung niedrig. Es gab bislang nur zwei prospektive Studien, die vor allem bei weißen Berufstätigen das Gichtrisiko bestimmt hatten und keine hat bislang den Aspekt Hyperurikämie untersucht.

Schlussfolgerung: Fruktosekonsum ist mit einem erhöhten Gichtrisiko bei vorwiegend
weißen berufstätigen Personen assoziiert. Mehr prospektive Studien sind notwendig, um die Rolle der Fruktose und ihrer Nahrungsquellen bei der Entwicklung von Hyperurikämie und Gicht besser zu verstehen.